Plastik-Gipfel: Mehr als nur Einweg-Plastik-Verbot

Sie sind hier

Die österreichische Bundesregierung hat am 8. Jänner ins Bundeskanzleramt zu einem Runden Tisch zum Thema Kunststofftragetaschen und -verpackungen geladen. Durch das im Dezember 2018 angekündigte Verbot von Plastiksackerln ab 2020 sollen jährlich rund 5.000 bis 7.000 Tonnen an weggeworfenen Kunststofftragetaschen vermieden werden. Nicht mehr erlaubt sein sollen die Beimengung von Mikroplastikpartikeln in Kosmetik- und Reinigungsmitteln sowie die Produktion von biologisch nicht abbaubaren Kunststofftragetaschen. Ein Vergleich der Jahre

2016 und 2025 soll eine Verringerung der Plastikverpackungen um 20 bis 25 Prozent ergeben. Bundeskanzler Sebastian Kurz (BKA), Bundesministerin Elisabeth Köstinger (BMNT) und Bundesminister Norbert Hofer (BMVIT) diskutierten nun beim „Plastik-Gipfel“ gemeinsam mit Vertretern des Handels, NGOs, hochrangigen Wissenschaftlern und Sozialpartnern über die bestmögliche Umsetzung des Plastiksackerl-Verbots ab 2020, die Einwegplastik-Richtlinie der EU sowie über weitere Maßnahmen zur Reduktion des Kunststoffmülls. 

 

Im Bild Bundeskanzler Sebastian Kurz (m.) mit Bundesministerin Elisabeth Köstinger (m.l.) und Bundesminister Norbert Hofer (m.r.). (Foto: Dragan Tatic, BKA)

„Wir sind überzeugt davon, dass es bessere Alternativen zu Plastik gibt und dass es sinnvoll ist, von der Wegwerfgesellschaft wegzukommen", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz nach dem Plastik-Gipfel. Mit dem Verbot von Einwegplastiksackerln und Mikroplastik leite man einen Systemwechsel in Österreich ein und schaffe ein neues Umweltbewusstsein. „Gemeinsam mit dem Handel sowie allen Beteiligten wollen wir nun in die Umsetzung gehen ", so der Bundeskanzler. „Mit dem Verbot der Plastiksackerl setzen wir ein klares Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft", betonte auch Bundesministerin Elisabeth Köstinger, die davon sprach, dass 400 Millionen Plastiksackerl im Umlauf seien, was einem Gewicht von 7.000 Tonnen entspreche. Mit Wissenschaft, Forschung und Technologie will man nun an zusätzlichen Lösungen arbeiten, die allesamt eine positive Ökobilanz aufzuweisen hätten. Bundesminister Norbert Hofer erläuterte die Notwendigkeit dahingehend, dass man „über Verpackungsmaterial insgesamt viel mehr nachdenken" müsse: „Innovation spielt eine große Rolle. In Zukunft müssen wir danach trachten, Kunststoffe aus anderen Materialien herzustellen." Abfallvermeidung sei dabei das Stichwort.

 

Die Vertreter aus Handel, Wissenschaft und NGO-Szene begrüßten die neuen Anstrengungen und geplanten Initiativen der Regierung im Bereich Plastikvermeidung und -verbote. Daneben wurde auch betont, dass es auch Alternativen für das Verbot von Wegwerfplastik brauche, wie Mehrweg- und Pfandsysteme. Generell sei der Prozess für den geplanten „Maßnahmenplan für die Kreislaufwirtschaft“ so bald wie möglich zu starten und die hohen künftigen EU-Recyclingziele 2025 im Auge zu behalten,

in denen die Recyclingquoten von heute 100.000 Tonnen pro Jahr auf 150.000 Tonnen pro Jahr gesteigert werden müssen. Vertreter des Handels zeigten dabei auch mit einem Erfolgsmodell vor, wie es gehen kann: Mit der vom BMNT und dem Handelsverband gestarteten, freiwilligen Initiative „Pfiat di Sacker“" konnten seit 2014 mehr als 112 Millionen Plastiksackerl in Österreich eingespart werden. Darüber hinaus wurden auch Knotenbeutel von den Kassen verbannt.

 

x